Wie KI Kommunikation doppelt verändert – Meinungsbarometer
„KI macht Worte billig.“ Im Interview mit Meinungsbarometer.info spreche ich im Rahmen einer Fachdebatte darüber, wie KI unsere Kommunikation doppelt verändert und was das in der Praxis bedeutet.
Meine Kernaussage
KI macht Worte billig. Eine geschliffene Mail beweist heute weder Mühe noch Wertschätzung, und die Sachebene nimmt uns die Maschine erschreckend gut ab. Was uns bleibt, ist die Beziehungsebene, und auf der sind wir konkurrenzlos. Die Routine darf die KI erledigen. Die schlechte Nachricht, die Entschuldigung beim Kunden und die Ansage in der Krise überbringt ein Mensch, und zwar persönlich. Und wenn es ernst wird, bei Kündigung, Kredit oder Diagnose, braucht es einen Anspruch auf einen Menschen.
Die vier Fragen des Interviews
Wie verändert KI Kommunikation? Doppelt. Sie nimmt uns die Sachebene ab und hält uns zugleich den Spiegel vor, wie schlampig wir auf genau dieser Ebene mit Menschen umgehen: Der Maschine geben wir Kontext, den Menschen lassen wir raten.
Was bedeutet das für Glaubwürdigkeit und Vertrauen? Vertrauen entsteht aus der Übereinstimmung von Satz und Mensch, Virginia Satir nannte das Kongruenz. Eine KI formuliert den Satz inzwischen besser als die meisten von uns, aber sie hat keinen Blick, der ihn beglaubigt.
Lassen sich Authentizität und Charisma lernen? Ja, aber wie Tennis: durch Üben. Der erste Schritt ist, sich beim eigenen Stressmuster zu ertappen, ob man beschwichtigt, angreift, in Zahlen flüchtet oder ablenkt. Authentisch heißt: nichts sagen, was man nicht meint.
Welche Regeln braucht KI? Ich muss wissen, ob ich mit einem Menschen oder einer Maschine spreche. Diese Pflicht steht in der europäischen KI-Verordnung, sie muss nur durchgesetzt werden. Alles per Paragrafen zu regeln, halte ich dagegen für falsch: Ob ein Unternehmen Menschen mit KI abfertigt oder ihnen besser dient, entscheiden Ökonomie und Führung.
Zum vollständigen Interview: Wie KI Kommunikation doppelt verändert (Meinungsbarometer.info)




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