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Corona und Konsum – Darmstädter Echo

Autorenbild: Prof. Dr. Ingo Hamm
Prof. Dr. Ingo Hamm
12. Mai 2020
1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 28. Sept.


Einkaufsstraße bei Nacht mit beleuchteten Schaufenstern
Shopping by Simon Launay (Unsplash)

Ingo Hamm im Interview "Bleibt alles anders" mit Bianca Beier vom Darmstädter Echo:

Meine Kernaussage

Corona wird die Gesellschaft nicht umpolen. Die allermeisten kehren in ihre Muster zurück, auch zum Konsum von Statusgütern. Bestehende Tendenzen werden aber verstärkt: Wer schon viel Rad fährt, fährt künftig noch mehr. Umfragen, die einen großen Wandel versprechen, spiegeln oft nur das gerade gesellschaftlich Erwünschte.

"Ingo Hamm, Wirtschaftspsychologe der Hochschule Darmstadt, geht nicht davon aus, dass der Gesellschaft ein fundamentaler Wandel bevorsteht. "Die allermeisten werden in ihre Muster zurückkehren", ist er sich sicher. Langfristig würden die Menschen auch wieder zum Konsum von Statusgütern wie etwa teuren Handtaschen zurückkehren. "Es wird keine Umpolung der Gesellschaftsgruppen geben", sagt Hamm. Doch eine Verstärkung der Tendenzen sei wahrscheinlich. Wer also ohnehin viel mit dem Rad unterwegs ist oder ein eigenes Auto fährt, wird diese Fortbewegungsmittel in Zukunft noch häufiger nutzen als den Bus. Dass die Darmstädter Antworten anders ausfallen, als die McKinsey Umfrage wundert ihn nicht. "Eine Umfrage muss immer kritisch betrachtet werden", sagt er. "Die Antworten fallen häufig so aus, wie sie aktuell von der Gesellschaft gewünscht werden." Politisch wird aber die Pandemie Spuren hinterlassen, so Hamm. "Es wird weitere Spaltungen der Gesellschaft geben", sagt er voraus. Das zeichne sich schon jetzt bei Öffnung oder Verbot von Großveranstaltungen ab. Themen wie Konsum und Verkehr könnten weitere Streitpunkte werden."


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